Die Agrarpolitik 2030+ beabsichtigt, den Zugang zu Direktzahlungen für kleine Betriebe einzuschränken. Priska Baur wird im Beitrag von Sera J. Hostettler in der Bauernzeitung zur Anhebung der sogenannten SAK-Mindestgrenze von 0,2 Standardarbeitskräften (SAK) auf 0,5 SAK mehrfach zitiert. Die Agrarökonomin plädiert für eine Abschaffung der SAK-Mindestgrenze; das öffne Räume für Neues, vermindere perverse Anreize und vereinfache die Bürokratie. Auch gebe es keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Betriebsgrösse – in Hektaren oder standardisierten Arbeitskräften – und ökologischer, ökonomischer oder sozialer Nachhaltigkeit. Baur hält die Strukturpolitik des Bundes, die auf Grössenwachstum setze, für rückwärtsgewandt und einem überkommenen Bild von Landwirtschaft verhaftet. Die Schweizer Landwirtschaft könne im internationalen Preiswettbewerb sowieso nicht mithalten; auch nicht, wenn die Betriebe etwas grösser würden.
Gemäss Baur braucht die Schweiz nicht eine Landwirtschaft, die möglichst viel und möglichst billig produziert und so zu einer vermeintlich sicheren Ernährung beiträgt, sondern sie braucht eine anpassungsfähige Landwirtschaft, die den Boden schonend kultiviert, das Wasser nicht belastet und die Artenvielfalt fördert. Anpassungsfähig sei eine vielfältige Landwirtschaft mit (für Schweizer Verhältnisse) grossen und kleinen Betrieben.