Am liebsten würden wir essen wie die Fürsten zu früheren Zeiten. Sie ernährten sich mehrheitlich von Tieren. Fleisch steht für Reichtum, das zeigt sich auch international. Sobald in ärmeren Ländern die Einkommen steigen, nimmt die Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten zu.
Wenn weniger Fleisch und andere Tierprodukte auf dem Teller liegen, gibt’s dann überhaupt noch etwas Gutes zu essen?! Unsere Essgewohnheiten sollen wir ändern? Wie soll das gehen?
Essgewohnheiten ändern wir nicht, wenn wir das Gefühl haben, man nimmt uns etwas weg. «Essen ist Heimat» – und Privatsache!
Wir lassen uns nicht vorschreiben, was wir zu essen haben. Wir lassen uns nicht die Wurst verbieten. Die Psychologie spricht von Reaktanz. Eine wahrgenommene Einschränkung der Freiheit löst Gegenreaktionen aus, Verbotenes, moralisch Abgewertetes wird noch wertvoller. Deshalb sind Aufrufe zum Fleischverzicht wirkungslos oder sogar kontraproduktiv. Aufrufe zu Verzicht machen Fleisch noch wertvoller.
Im Forschungsprojekt NOVANIMAL.ch haben wir Ideen entwickelt, wie die Gastronomie mit einem attraktiven Angebot zu einer genussvollen Esskultur mit weniger tierischen Produkten beitragen kann.
Die Veranstaltung mit drei Referaten und Podium wurde aufgezeichnet: https://www.inspyre.ch/podiums-event-2025
Das vollständige Referat (Redetext und Folien) kann nachstehend heruntergeladen werden.